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Wohin geht es? – Über die aktuelle Situation im deutschen Gehen

von | Mrz 1, 2022 | Analyse, Athleten

Die FREUNDE der Leichtathletik fördern das Gehen seit vielen Jahren. Für uns war Carl Dohmann, 2018 EM-Fünfter und 2019 WM-Siebter, bereit, während der Vorbereitung für die Team-WM 2022 Anfang März, die Situation im deutschen Gehsport zu beschreiben.

Mit einer olympischen Silbermedaille und einigen Topplatzierungen bei internationalen Meisterschaften stehen wir Geher im Spitzenbereich nun so gut da wie seit Jahren nicht. Gleichzeitig werden unsere Nachwuchssorgen immer größer, dabei wäre es gerade jetzt attraktiv, mit dem Gehen anzufangen.

Ende der 2000er Jahre hatte das Gehen in Deutschland folgendes Problem: Es gab hoffnungsvollen Nachwuchs, doch niemand schaffte es an die Spitze. Dort hielt bei den Männern allein André Höhne die Fahne hoch, bei den Frauen waren es Melanie Seeger und Sabine Krantz. Doch dahinter wollte es niemandem so recht gelingen, den Sprung zu den großen internationalen Meisterschaften zu schaffen. Die Disziplin drohte auszusterben.

Eine Trendumkehr gelang in den 2010er Jahren. Zunächst qualifizierte sich Christopher Linke von 2010 an für alle jeweiligen Jahreshöhepunkte der Leichtathletik, ab der EM 2014 folgten nach und nach weitere Männer.

Erfolge in der Spitze, Probleme beim Nachwuchs

Während es immer mehr Geher an die Spitze schafften, wurden die Felder bei Nachwuchsmeisterschaften immer kleiner, und das Frauengehen war nach 2012 praktisch tot. Beim Nachwuchs ist es ein Trend, der sich bis heute hinzieht. Als ich 2005 als 15-Jähriger bei der Deutschen Jugendmeisterschaft in der U18 startete, landete ich auf Platz 15. Heute ist man froh, eine Handvoll Teilnehmer zusammenzubekommen.

Dabei fehlt es nicht an möglichen Vorbildern. Bei den Olympischen Spielen erfüllte sich endlich das, worauf die Gehfans des Landes 18 Jahre warten mussten: Mit Jonathan Hilbert gewann wieder ein deutscher Geher eine Medaille bei einer großen Meisterschaft, und zwar sogar Silber bei den Olympischen Spielen. 2003 war es zuletzt Andreas Erm, der über 50 km WM-Bronze holte. Zwar kann auch Melanie Seeger eine Bronze-Medaille bei der EM 2010 für sich verbuchen, doch rückte sie durch die Disqualifikation der ursprünglichen Siegerin durch Doping erst acht Jahre später auf Platz drei vor, weshalb ihr Erfolg damals nicht die Triebkraft eines Podiumsplatzes entfachen konnte.

Der jüngste Medaillengewinn kam zwar für viele überraschend, war insgesamt gesehen aber nur das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung. Christopher Linke sorgt über 20 km schon seit langem für Plätze unter den ersten fünf bei allen großen internationalen Meisterschaften, auch in Japan kam er wieder auf Platz fünf an. Ebenfalls Fünfter wurden Nils Brembach und ich jeweils über 20 und 50km bei der EM 2018, ein Jahr später konnte ich WM-Siebter werden. Man kann es als logische Folge eines langsamen Herantastens an die Weltspitze sehen, dass es mit Jonathan Hilbert nun auch jemand von uns aufs Podium geschafft hat.

Woher kommt dieser stetig steigende Erfolg? Und warum gelingt es trotzdem nicht, den schleichenden Rückgang im Nachwuchs aufzuhalten? Warum konnte bei den Frauen bisher kein vergleichbarer Durchbruch gelingen? Dieser Text ist sicher kein Platz dafür, diese Fragen zu beantworten, und ich bin als Teil des Teams dafür auch nicht der Richtige. Trotzdem möchte ich ein paar Gedanken dazu äußern und Interessierte gerne auch dazu ermuntern, es mit dem Gehen mal zu versuchen.

Eine lange Entwicklung im Gehen

Die Älteren mögen sich erinnern, Deutschland war mal ein Land der Geher-Olympiasieger und Weltmeister. Die DDR brachte drei Olympiasieger hervor, die BRD einen. Der heutige Bundestrainer Ronald Weigel war einer von zwei deutschen Weltmeistern.

Nach der Wiedervereinigung nahm die Zahl der deutschen Spitzengeher stetig ab, doch manche Personen blieben. Ronald Weigel ist seit 2002 Bundestrainer und leitet in Potsdam die Gruppe um Christopher Linke. Darüber hinaus ist es vor allem mehreren Heimtrainern zu verdanken, dass sich nach langer Flaute wieder etwas entwickeln konnte.

Sicherlich wären die Erfolge von mir und meinem Trainingspartner Nathaniel Seiler, dem EM-Achten von 2018 nicht ohne Robert Ihly möglich gewesen. Er war 1988 als Spätaussiedler aus der Sowjetunion gekommen und wurde in den 90er Jahren einer der besten deutschen Geher über 20, später über 50km. Heute profitieren wir von den Erfahrungen, die er damals gemacht hat, aus seinen Erfolgen wie aus den Fehlern.

Und auch von außen kam Unterstützung dazu. Jonathan Hilberts Trainer Pedro Zaslavsky kam als Trainer aus der Ukraine nach Deutschland und baute den Stützpunkt in Erfurt wieder auf, der einst eine Geherhochburg war. Karl Junghannß schaffte es schließlich 2017 als jüngster Teilnehmer über 50 km zur Weltmeisterschaft, bei der U23-EM gewann er Silber. Der olympische Erfolg von Jonathan Hilbert war nun die Krönung.

Weiterhin ist Manja Berger als langjährige Bundesnachwuchstrainerin zu nennen, die in Potsdam schon einige Talente trainierte. Aktuell trainiert auch Hagen Pohle wieder bei ihr, der unter ihr damals U18-Weltmeister und U20-Europameister wurde. Und auch André Höhne ist seit seinem Karriereende als Trainer aktiv, letztes Jahr führte er Leo Köpp zu den Olympischen Spielen.

Es ist mit Sicherheit auch eine gewisse Konstanz im Personal und der Austausch untereinander, von dem wir Athleten bis heute profitieren. Trotz aller internen Konkurrenz fahren wir als Bundeskader gemeinsam in Trainingslager, das war in den 90er Jahren schon so. Ohne Frage kämpfen wir alle für den eigenen Erfolg. Aber wenn wir voneinander profitieren konnten, gelang es uns auch immer wieder, an einem Strang zu ziehen. So gewannen wir auch mehrere Medaillen bei Team-Europameisterschaften, die in Geherkreisen einen hohen Stellenwert haben.

Noch Potential bei Frauen und Nachwuchs

Diese Art von Teamgefüge hat es bei den Frauen leider nie über einen längeren Zeitraum gegeben. 2018 konnten sich drei Frauen für die EM in Berlin qualifizieren, bei der Team-WM stellten sie im selben Jahr zusammen ein Team. Doch während Saskia Feige 2019 einen starken elften Platz bei der WM erreichen konnte und an den Olympischen Spielen teilnahm, hatte Emilia Lehmeyer für längere Zeit mit Verletzungen zu kämpfen und Teresa Zurek beendete ihre Karriere 2020.

Der Übergang von der Nachwuchs- in die Aktivenklasse gestaltet sich bei den Frauen immer noch schwierig. Sicherlich ist es auch schwer, wenn es, anders als im Männerbereich, nur wenige Vorbilder gibt, und es in der seit Jahren männerdominierten Disziplin bei den Frauen keine gewachsenen Strukturen gibt. Trotzdem fällt auf, dass sich die Erfolge auch im Männerbereich nicht in einer höheren Teilnehmerzahl bei Jugendmeisterschaften niederschlagen – im Gegenteil.

Dabei wäre jetzt gerade die Chance für junge Athleten, das Gehen einmal auszuprobieren. Durch die Silbermedaille von Jonathan Hilbert bekommt das Gehen eine so hohe Aufmerksamkeit wie lange nicht, es ist keine reine Randerscheinung mehr. Gleichzeitig ist es leicht, bei Deutschen Jugendmeisterschaften sehr weit vorne zu landen, es gibt schlicht wenig Konkurrenz. Warum es nicht mal probieren? Gehen ist eine Fleißdisziplin, die Willensstarken werden dort mehr belohnt als in vielen anderen Disziplinen. Dies kann für viele Nachwuchsleichtathleten und ihre Trainer eine Chance sein.

Text: Carl Dohmann, Bild: Peter Busse

  • Mehr zum Förderprojekt Gehen der FREUNDE
  • Veranstaltungsseite der Gehen-Team-WM am 04./05.03.2022 in Muscat (Oman)