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Mit dem Folgeprojekt „Höher Hinaus“ wurde die erfolgreiche Stabhochsprung-Arbeit des Projektes „Hoch Hinaus“ nicht nur fortgesetzt, sondern in nahezu allen Bereichen auf ein neues Niveau gehoben.
In den vergangenen zwei Jahren entwickelte sich rund um den Bundesstützpunkt Mannheim eine außergewöhnliche Trainingsgruppe, die inzwischen weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt. Dabei steht nicht allein der sportliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern vor allem die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen durch Sport, Gemeinschaft und gemeinsame Ziele.
Soziales Miteinander und persönliche Entwicklung
Was das Projekt besonders macht, ist die einzigartige Verbindung aus leistungsorientiertem Training, sozialem Miteinander und persönlicher Entwicklung. Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft, Vereine und Altersklassen trainieren gemeinsam, unterstützen sich gegenseitig und wachsen als Team zusammen. Viele Athletinnen und Athleten verbringen nicht nur die Trainingseinheiten gemeinsam, sondern begleiten sich gegenseitig durch Wettkämpfe, Herausforderungen und Erfolge. Der Sport wird dabei zum verbindenden Element, das Selbstvertrauen stärkt, Verantwortungsbewusstsein fördert und jungen Menschen wichtige Werte wie Disziplin, Fairness und Zusammenhalt vermittelt.
Große Erfolge in jungen Jahren
Die sportliche Entwicklung der vergangenen beiden Jahre war dabei außergewöhnlich. Bei den deutschen U16-Meisterschaften 2025 gelang der Trainingsgruppe mit Gold und Silber ein herausragender Erfolg. Gleichzeitig konnten weitere Medaillen, Finalplatzierungen und Spitzenleistungen auf nationaler Ebene erzielt werden. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung von Eva Weisbrodt (Jg. 2010). Als erst 15-Jährige gewann sie 2026 die deutsche U20-Meisterschaft und stellte mit 4,20 m zudem den deutschen U18-Hallenrekord ein – ein außergewöhnlicher Erfolg in so jungen Jahren. Ihre Leistungen sorgten bundesweit für Aufmerksamkeit und unterstreichen das enorme Potenzial innerhalb des Projekts.
Auch Mira Drißler (Jg. 2010) entwickelte sich eindrucksvoll weiter. Nach ihrem deutschen Meistertitel bestätigte sie ihre starke Form in der Hallensaison 2026 mit einem hervorragenden vierten Platz (U20) auf nationaler Ebene und zählt weiterhin zu den Nachwuchstalenten ihrer Altersklasse. Auch die 13-jährige Hannah Burk (Jg. 2012) entwickelte sich überragend weiter und steigerte ihre Bestleistung auf beeindruckende 3,75 m. Damit gehört sie deutschlandweit zur absoluten Spitze ihrer Altersklasse und stellte erneut unter Beweis, welches Potenzial in der Trainingsgruppe steckt.
Bei einem Wettkampf im Februar dieses Jahres sorgte die 10-jährige Marie Leuchtner (Jg. 2015) für besondere Aufmerksamkeit. Die der Altersklasse W11 angehörende Ausnahmeathletin begann ihren Wettkampf souverän und meisterte 2,82 m, 3,02 m, 3,22 m und 3,32 jeweils im ersten Versuch. Doch damit noch nicht genug: Auch 3,42 m überquerte sie direkt im ersten Versuch und sprang damit einen „inoffiziellen Weltrekord für Zehnjährige“, eine in diesem Alter außergewöhnliche und überragende Leistung. Trotz ihres jungen Alters überzeugt sie nicht nur sportlich, sondern auch durch ihre Begeisterung und Freude am Sport.
In einem Interview zusammen mit ihrer Mutter sprach sie über ihre Ziele und die Wichtigkeit ihrer Trainingsgruppe: „Wir haben viel trainiert, aber das muss ja auch sein, wenn man gute Leistungen bringen will. Dabei habe ich auch viel Krafttraining gemacht, das hat sich aber auch gelohnt. Mein Team ist immer für mich da, wenn ich was brauche, kann ich mir immer Beispiele an der Eva und der Mira nehmen, die Trainer schreiben gute und auch abwechslungsreiche Trainingspläne. Ich will auf jeden Fall noch weitere Weltrekorde springen, von den 11- und 12-Jährigen. Und irgendwann möchte ich bei Olympia dabei sein.“
Neben diesen herausragenden Einzelerfolgen konnten zahlreiche weitere Athletinnen und Athleten große Fortschritte erzielen. Viele persönliche Bestleistungen, Landesrekorde und Qualifikationen für nationale Meisterschaften zeigen die enorme Breite und Qualität der Nachwuchsarbeit. Talente wie Emma Gense, Ellie Franke, Emil Leuchtner oder Mia Meinert prägen die positive Entwicklung der Gruppe entscheidend mit und stehen stellvertretend für die nachhaltige Arbeit des Projekts.
Unterstützung und professionelle Betreuung
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung war auch die Unterstützung durch die FREUNDE der Leichtathletik. Durch die Förderung konnten erstmals in größerem Umfang passende und jugendgerechte Stabhochsprungstäbe angeschafft werden. Gerade im Stabhochsprung ist individuell abgestimmtes Material entscheidend für eine sichere und erfolgreiche Entwicklung. Viele der sportlichen Fortschritte und Leistungen wären ohne diese Unterstützung in dieser Form nicht möglich gewesen. Die neuen Stäbe ermöglichten vielen Kindern und Jugendlichen überhaupt erst die nächsten Entwicklungsschritte und legten einen wichtigen Grundstein für die außergewöhnlichen Erfolge der vergangenen beiden Jahre.
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg liegt in der ausgezeichneten Betreuung und dem enormen ehrenamtlichen Engagement des Trainerteams. Gemeinsam mit Alexander Rupp leitet Kai Winnemann das Projekt. Neben seinem Informatikstudium engagiert sich Kai zusätzlich als DJ sowie im Rettungsdienst und investiert dennoch einen großen Teil seiner Freizeit in die Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Dieses Engagement geht weit über normales Training hinaus und prägt die besondere Atmosphäre innerhalb der Gruppe maßgeblich. Durch die vereinsübergreifende Arbeit am Bundesstützpunkt Mannheim entstanden professionelle und zugleich familiäre Trainingsstrukturen, von denen junge Athletinnen und Athleten aus der gesamten Rhein-Neckar-Region profitieren.
Die vergangenen Jahre zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in nachhaltiger Nachwuchsarbeit steckt, wenn sportliche Förderung, soziale Werte und menschliches Engagement zusammenkommen. „Höher Hinaus“ steht deshalb heute nicht nur für sportliche Erfolge und Rekorde, sondern vor allem für Gemeinschaft, Perspektiven und die Begeisterung junger Menschen für Sport und Bewegung.
Text: Alexander Rupp; Bilder: Alexander Rupp, Joachim Höller
Marie Leuchtner mit ihrem Trainer Kai Winnemann
Das „Höher Hinaus“-Team zusammen mit Joachim Höller und Paul Paszyna
Die 10-jährige Marie Leuchtner springt vor toller Kulisse