Sven Knipphals ist, seit er 16 Jahre alt ist, Leicht­athlet. Behei­matet ist er beim VfL Wolfsburg. Übrigens stellt deren FREUNDE‐Gruppe eine der größten Fan‐Gruppen in unserem Verein. Mit nun 32 Jahren beendet unser FREUNDE‐Mitglied seine aktive Sport­kar­riere und geht in den sogenannten „Sprinter‐Ruhestand“. 

Uns gab Sven Gelegenheit zu einem Interview:

Vor einigen Tagen hast Du mit dem ungewöhn­lichen, aber sehr gelun­genen Meeting „SKlation“ mit umfang­reichem Rahmen­pro­gramm dich von der aktiven Sprin­ter­kar­riere verab­schiedet. Was bewegte Dich dazu, deine aktive Karriere zu beenden? 
Der Gedanke ist schon länger gereift. Ursprünglich wollte ich nach Olympia 2016 Schluss machen aber habe insbe­sondere 2015 so viel Spaß gehabt dass ich noch bis 18 weiter machen wollte. Die Kombi­nation aus Heim‐EM, fast 33 und „ich muss mal was in die Rente einzahlen“ war der Haupt­grund. 

Wenn Du heute auf Deine fast 16jährige Leichtathletik‐Karriere zurück­blickst, was würdest Du als die schönsten Momente bezeichnen?
Davon gab es einige. Wenn ich einen rausnehmen muss wäre es die Silber­me­daille in Zürich.

Gibt es auch einen Moment an den Du lieber nicht mehr zurück­denken möchtest?
DM Vorlauf 2015. Das war zum Kotzen und ärgert mich bis heute. Pech und Unver­mögen in 10,43 Sekunden, dann 3/1000 am Finale vorbei…

Du hast Dich in unserem letzten Interview als Amateur bezeichnet – würdest Du den Status auch jungen Talenten empfehlen?
Empfehlen würde ich das nicht. Es ist eine Tatsache. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir in Deutschland absoluten Profi‐Sport betreiben. Wir müssen uns weiter profes­sio­na­li­sieren – in jeglicher Hinsicht.  

Sven, Du bist auch seit einigen Jahren Mitglied bei den FREUNDEN. Wie bist Du zum Verein gekommen?
Ich wurde bei einer DM angesprochen und finde, dass die FREUNDE der Leicht­ath­letik Unter­stüt­zenswert sind.

Bei zahlreichen Meister­schaften (national wie Inter­na­tional) sowie Meetings bist Du an den Start gegangen, sind Dir die FREUNDE mit ihren markanten Polohemden und roten Kappen dort als Fan‐Gruppe aufge­fallen? 
Weniger durch ihr Auftreten, sondern weil ich insbe­sondere die Wolfs­burger FREUNDE sehr gut kenne.

Wie wir wissen, hast Du ja bereits neben der aktiven Sport­kar­riere als Chiro­praktor in Leipzig gearbeitet. Wirst Du jetzt Deine ganze Zeit in die Arbeit stecken oder gibt es andere Pläne für die Zukunft? 
Es gibt noch weitere Pläne. Ich werde ca 2/3 in der Praxis sein und 1/3 meine Trainings­gruppe, also die von Ronald Stein, sowohl chiro­prak­tisch als auch athle­tisch betreuen.

Bleibst Du der Leicht­ath­letik als Trainer oder Breiten­sportler treu?
Selbst werde ich erst mal keine Spikes mehr anziehen.

Vor einigen Jahren, bei einem unserer ersten Inter­views mit Dir, habe ich die provo­kante Frage gestellt: „Was und durch wen würdest Du Dir eine stärkere Nachwuchs­för­derung in Deutschland wünschen?“ Würdest Du aus heutiger Sicht sagen, dies ist nach wie vor aktuell oder hat sich in den letzten Jahren etwas verbessert? 
Ich finde, dass es für die weitere Entwicklung wichtig ist, dass man sich nicht nur auf den Sport konzen­triert. Aber um Leistung zu bringen, muss man schon genug Freizeit haben. Deshalb ist es wichtig, finan­ziell unabhängig zu sein und z.B. an einer Uni viele Freiheiten zu haben. Der Athlet sollte sich profes­sionell aufstellen und verhalten. Alles, also Studium oder Ausbildung, Marketing und Training, sind nicht durch den Athleten abdeckbar. Seit unserem letzten Interview hat sich in diesem Bereich flächen­de­ckend nicht so viel bewegt. Dies ist für die Zukunft des Sports aber notwendig.

Die FREUNDE wünschen Dir für Deine Zukunft alles erdenklich Gute und würden sich freuen Dich bei unseren nächsten Veran­stal­tungen begrüßen zu dürfen. 

         

 

(Fotos: Ebbo Borm / Text: M. Schnor­renberg)