In Zeiten von Fußball, also in Zeiten wie diesen, haben es alle anderen Sport­arten und Vereine schwer, neue Mitglieder zu finden. Dies führt dann selbst bei Parteien und Abgeord­neten häufig zu der irrwit­zigen Annahme, alles für den Fußball und der Rest muss sehen wo er bleibt (siehe unseren offenen Brief zum geplanten Umbau des Berliner Olympia­sta­dions). Selbst die olympische Kern-Sportart Leicht­ath­letik hat es schwer, neue Zuschauer und neue Unter­stützer zu finden.

Diesem Druck mussten auch wir, die FREUNDE der Leicht­ath­letik, uns stellen. Dabei muss festge­halten werden, dass die FREUNDE diesem Druck stand­ge­halten haben und die Gewinnung von Mitgliedern und Unter­stützern in den letzten Jahren sehr erfreulich gewesen ist. Dies ist u.a. auf eine Reihe von Maßnahmen zurück­zu­führen, mit denen wir FREUNDE inzwi­schen öffent­lich­keits­wirksam präsent sind und für uns und unsere Anliegen werben.

Jetzt haben wir natürlich bei all unseren Maßnahmen stets positive Erwar­tungen. Aber, gut gemeint und gut gemacht sind doch ein Unter­schied, so dass es ggf. auch unter­schied­liche Meinungen zu uns und unseren Aktionen gibt. Letzlich entscheidet der auf uns aufmerksam gewordene Leichtathletik-Interessierte, ob er sich mit unseren Zielen identi­fi­zieren kann und uns unter­stützen möchte.

Für alle die, die den FREUNDEN noch unent­schlossen gegenüber stehen, aber auch als Feedback  und Danke­schön an unsere vielen Helfer und Unter­stützer, hier ein lesens­werter Bericht eines neuen Mitglieds, das im vergan­genen Jahr zu uns gestossen ist.

Erste Begegnungen mit den Freunden der Leichtathletik

Schon seit meiner Kindheit bin ich ein sehr großer Fan der Leicht­ath­letik. Zusammen mit meinem Vater und später auch mit anderen Freunden besuchte ich die legen­dären ASV-Sportfeste im Müngers­dorfer Stadion in Köln. Damals war das Stadion mit vielen inter­na­tio­nalen Stars immer sehr gut gefüllt und die Leistungen und ganz besonders die Stimmung waren phantas­tisch und für mich auch sehr emotional.

Nach dem Aus der Veran­staltung wurde ich eher zu einem passiven Leicht­ath­letik Fan und verfolgte die Entwicklung der sogenannten Kernsportart über TV-Übertragungen und da haupt­sächlich bei den Großver­an­stal­tungen, wie den Olympi­schen Spielen sowie bei Welt- Europa- und Deutschen Meister­schaften.

Da Reisen zu den Veran­stal­tungen aus persön­lichen Gründen nicht möglich waren, nahm ich mir trotzdem zeitweise Urlaub, um zumindest die Großver­an­stal­tungen am TV verfolgen zu können. Mein persön­liches Umfeld hielt mich in Bezug auf diese Urlaubs­ge­staltung („für sowas würde ich doch keine Urlaubstage opfern, da gibt es doch bessere Freizeit­ge­staltung…) für ziemlich verrückt.

Eine aktive Vereins­tä­tigkeit habe ich nicht aufzu­weisen. Aber für mich war und ist die Leicht­ath­letik als großer Fan eine Herzens­an­ge­le­genheit und hat mir viele emotionale Momente in meinem Leben beschert.

2009 verfolgte ich an zwei Tagen die Wettkämpfe der Leicht­ath­letik WM in Berlin. In den vergan­genen Jahren besuchte ich einige kleinere Stabhochsprung- und Mehrkamp­fe­vents in Lever­kusen, Köln, Düsseldorf und Ratingen. Im vergan­genen Jahr war ich dann zum ersten Mal bei den Deutschen Meister­schaften in Kassel.

Da meine Frau und meine Bekannten eher nicht „Leicht­ath­le­tik­ver­rückt“ sind, war ich meistens alleine unterwegs. Das war und ist soweit auch OK aber trotzdem wünschte ich mir gleich­ge­sinnte Menschen kennen­zu­lernen.

Bei meinem Aufenthalt in Kassel sah ich dann einen blauen Stand mit der Aufschrift „Freunde der Leicht­ath­letik“. Davon hatte ich bisher noch nichts gehört. Ich kam mit den anwesenden sehr freund­lichen Personen am Stand ins Gespräch und erfuhr so einiges über die Organi­sation.  Genau das hatte ich gesucht, andere gleich­ge­sinnte Menschen, die die Leicht­ath­letik genauso lieben wie ich, auch ohne selber aktiv in einem Verein zu sein.  Ich konnte und wollte nicht meine Fan-Geschichte erzählen, nahm mir aber Infor­ma­ti­ons­ma­terial und auch ein Anmel­de­for­mular mit.

An den beiden Tagen suchte ich mehrfach das fachliche Gespräch und erfuhr schon einiges über die Aktivi­täten der Freunde der Leicht­ath­letik. Ich hatte das Gefühl, dass ich bei meiner Suche nach gleich­ge­sinnten Fans auf einem guten Weg war. Nach meiner Heimkehr füllte ich das Anmel­de­for­mular aus und erhielt kurze Zeit später die Mitteilung, dass ich nun Mitglied der „Freunde der Leicht­ath­letik“ sei.

Das sollte es aber für mich noch nicht gewesen sein.

Mein nächstes Ziel waren die Deutschen Meister­schaften 2017 in Erfurt. Hierzu bestellte ich über die Geschäfts­stelle schon sehr früh die Eintritts­karten. Vor den Deutschen Meister­schaften besuchte ich im Juni noch das Mehrkampf­meeting in Ratingen. Dort führte ich schon kurze Gespräche mit dem ein oder anderen „Freund der LA“, erkennbar an den Poloshirts mit Aufschrift.

Gespannt auf neue Erfah­rungen, Begeg­nungen und emoti­ons­reiche Wettkämpfe fuhr ich nach Erfurt zur Deutschen Meister­schaft. Mein erster Weg beim Betreten des Stadions war der Gang zum Infostand der Freunde. Ich stellte mich kurz vor und hatte wieder ein sehr nettes Gespräch. Im Stadion führte ich viele „fach- und sachkundige“ Gespräche und erfreute mich über das gemeinsame Erleben der Wettkämpfe im Stadion.

Für den Abend war ein gemein­samer Freunde Abend im Gasthaus Christoffel in der Erfurter Altstadt angesagt. So richtig kannte ich ja noch keinen. Trotzdem begab ich mich mit einer gewissen Vorfreude in Richtung Altstadt. Im Ritter­keller des Gasthauses waren dann ca. 60 Freunde versammelt. Dort lernte ich Peter und Thomas kennen und führte mit ihnen und noch mit anderen freund­lichen Menschen inter­es­sante Gespräche zum Thema Leicht­ath­letik.

Peter berichtete mir von den Aktivi­täten des Vorstandes und von seiner Tätigkeit bei der Gestaltung der Vereins­zeit­schrift. Thomas erzählte mir seine Erfah­rungen über die Vereins­arbeit am Freunde-Stand und stellte mir die u. a. die Vorstands­mit­glieder vor.

Ich habe mich in dem Kreis von fremden „Freunden“ wohl gefühlt und freute mich schon auf den zweiten Veran­stal­tungstag der Meister­schaften.

Für Sonntag­morgen war die Mitglie­der­ver­sammlung vorge­plant. An dieser konnte ich als Neumit­glied teilnehmen. In der sommerlich warmen Gunda-Niemann-Stirnemann Eishalle fand diese statt. Für mich sehr inter­essant waren die Erkennt­nisse über die Förder­tä­tig­keiten und Reise­pla­nungen des Vereines. Sehr nett fand ich auch den Einmarsch der Jugend­lichen des Barmer DM Jugend­camps, welches von den Freunden finan­ziell unter­stützt wird.

Im Stadion traf ich während der Wettkämpfe den ein oder anderen wieder und man konnte über gemeinsam Erlebtes vom Wochenende sprechen.

Sehr zufrieden mit dem Erlebten und mit dem Kennen­lernen von gleich­ge­sinnten Menschen fuhr ich dann wieder nach Hause.

Ich habe nette Menschen bei den Freunden der Leicht­ath­letik kennen gelernt, die offen und inter­es­siert auf mich zugegangen sind. Ich habe einen Verein kennen gelernt, für den es eine Herzens­an­ge­le­genheit ist, die Zukunft der deutschen Leicht­ath­letik mitzu­ge­stalten. Dies geschieht aber nicht von alleine, sondern nur mit persön­lichem Engagement.

Ich kann mich mit den Grund­sätzen des Vereines identi­fi­zieren und kann mir auch vorstellen, im Rahmen meiner persön­lichen Möglich­keiten aktiv mitzu­ar­beiten, in welcher Form auch immer. Und vielleicht werden aus den Freunden der Leicht­ath­letik im Laufe der Jahre auch persön­liche Freunde.

Die Eintritts­karten für die Leicht­ath­letik EM 2018 in Berlin liegen bereits bei mir zu Hause in der Schublade. Die Besuche der Deutschen Meister­schaften in Dortmund und Nürnberg 2018 sind ebenfalls fest einge­plant. Das soll aber noch nicht alles sein. Schauen wir mal!

Joachim Höller

Bergisch Gladbach

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